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Nebenkostenabrechnung erstellen: Die vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung nach §556 BGB

Von der Vorbereitung bis zum Versand: Wie man eine rechtssichere Betriebskostenabrechnung nach BetrKV und §556 BGB erstellt — inkl. Heizkosten nach HeizKV, CO2-Steuer-Aufteilung und digitalem Mieterzugang.

Marc Jungfleisch
Marc Jungfleisch
COO & Co-Founder, RentalOne
Die jährliche Nebenkostenabrechnung ist für viele Vermieter die fehleranfälligste Pflichtaufgabe — laut Deutschem Mieterbund ist jede zweite Abrechnung fehlerhaft. Wer den Prozess kennt und strukturiert vorgeht, erstellt eine rechtssichere Abrechnung in unter 30 Minuten.

Rechtliche Grundlage: Die Nebenkostenabrechnung ist in §556 BGB und der Betriebskostenverordnung (BetrKV) geregelt. Heizkosten unterliegen zusätzlich der Heizkostenverordnung (HeizKV). Seit 2023 gilt das CO2-Kostenaufteilungsgesetz (CO2KAG) für die Aufteilung der CO2-Abgabe.

Vorbereitung: Was vor der Abrechnung erledigt sein muss

Eine fehlerfreie Nebenkostenabrechnung steht und fällt mit der Datenqualität über das gesamte Abrechnungsjahr. Wer hier sorgfältig arbeitet, spart sich am Jahresende viel Korrekturarbeit — und schützt das Recht auf Nachforderungen.

Bevor der Abrechnungsprozess in RentalOne gestartet wird, sollten diese Punkte vollständig abgehakt sein:

Vorbereitungs-Checkliste
Alle umlagefähigen Kosten mit Belegen erfasst
Sämtliche im Abrechnungsjahr angefallenen Betriebskosten nach BetrKV sind in RentalOne verbucht und mit den entsprechenden Rechnungen verknüpft: Hausmeisterkosten, Versicherungen, Müllgebühren, Straßenreinigung, Gartenpflege.
Buchungen auf Richtigkeit geprüft
Jede Kostenposition ist der richtigen Kostenkategorie zugeordnet und auf das korrekte Objekt gebucht. Falsche Zuordnungen führen zu fehlerhaften Abrechnungen und im schlimmsten Fall zu Einsprüchen.
Verteilerschlüssel am Objekt hinterlegt
Im Objekt sind alle relevanten Einstellungen gepflegt: Welche Kostenkategorie wird nach welchem Schlüssel verteilt — Wohnfläche, Personenanzahl, Miteigentumsanteile? Der Schlüssel muss mit dem Mietvertrag übereinstimmen.
Angaben zur Heizungsanlage vollständig
Für die Heizkostenabrechnung nach HeizKV werden benötigt: Brennstoff (Gas, Öl, Fernwärme, Wärmepumpe), prozentualer Verbrauchsanteil (gesetzlich: 50–70 %) und Heizungsart.
Zählerstände korrekt gepflegt
Alle Zähler (Wasser, Wärme, ggf. Gemeinschaftsstrom) sind mit den richtigen Ableseterminen und -werten über das Jahr hinweg in RentalOne erfasst.

Abrechnungsfrist beachten §556 Abs. 3 BGB: Die Nebenkostenabrechnung muss dem Mieter spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums zugehen — nicht nur erstellt, sondern zugestellt sein. Wer diese Frist versäumt, verliert den Anspruch auf Nachzahlungen. Rückzahlungsansprüche der Mieter bleiben davon unberührt.

Die 5 Schritte zur fertigen Nebenkostenabrechnung

Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, öffnet man in RentalOne die Funktion „Nebenkostenabrechnung erstellen". Das Tool führt dann strukturiert durch die folgenden fünf Schritte:

1Objekt & Abrechnungszeitraum auswählen🏠

Im ersten Schritt wird festgelegt, für wen und welchen Zeitraum die Abrechnung erstellt wird. Drei Entscheidungen sind zu treffen:

  • Objekt: Das Objekt aus dem Bestand auswählen, für das abgerechnet werden soll.
  • Abrechnungsumfang: Gesamtes Objekt auf einmal abrechnen oder nur eine einzelne Einheit? Letzteres ist sinnvoll bei unterjährig eingezogenen oder ausgezogenen Mietern.
  • Abrechnungsjahr & Transaktionszeitraum: Das Kalenderjahr der Abrechnung und der Zeitraum, aus dem RentalOne die Transaktionen für die Kostenermittlung zieht.

Tipp — abweichende Wirtschaftsjahre: Stimmen Abrechnungsjahr und Transaktionszeitraum normalerweise überein, können sie bei abweichenden Wirtschaftsjahren voneinander abweichen — zum Beispiel 01.07.–30.06. bei gewerblichen Mietverhältnissen. Im Zweifel prüfen.

2Heizkostenabrechnung erfassen HeizKV🔥

Wenn das Objekt über eine zentrale Heizungsanlage verfügt, kann dieser Schritt aktiviert werden. Anzugeben sind:

  • Die Gesamtsumme der Heizkosten des Abrechnungsjahres
  • Die Aufteilung in Kostenarten — z.B. Brennstoff, Wartung, Schornsteinfeger
Heizkosten müssen nach der Heizkostenverordnung zu mindestens 50%, maximal 70% nach dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet werden. Der restliche Anteil wird nach Wohnfläche verteilt. RentalOne wendet diese Aufteilung automatisch auf Basis der hinterlegten Zählerstände an.

Sind die Heizungsparameter (Brennstoff, Verbrauchsanteil, Heizungsart) noch nicht am Objekt hinterlegt, wird an dieser Stelle darauf hingewiesen. Diese Angaben lassen sich direkt in den Objekteinstellungen ergänzen.

CO2-Steuer & Emissionsausweis inklusive CO2KAG: RentalOne berechnet auf Grundlage des Energieverbrauchs automatisch die CO2-Emissionen in Kilogramm sowie die CO2-Steuer-Aufteilung zwischen Vermieter und Mieter — entsprechend der gesetzlichen Regelung nach Energieeffizienzklasse des Gebäudes (seit 2023 verpflichtend).

3Kostenpositionen prüfen BetrKV📋

In diesem Schritt sind alle Kostenpositionen sichtbar, die RentalOne automatisch aus den gebuchten Transaktionen des Abrechnungsjahres zusammengestellt hat — aufgegliedert nach Kostenkategorie und Verteilerschlüssel. Drei Dinge sind zu prüfen:

  • Vollständigkeit: Sind alle umlagefähigen Kosten erfasst? Falls eine Position fehlt oder ein Beleg nachträglich eintrifft, kann sie hier direkt manuell hinzugefügt werden.
  • Korrektheit: Stimmen Betrag und Kostenkategorie? Nicht jede Betriebskostenart ist nach BetrKV auf Mieter umlegbar — im Zweifelsfall gegen die Verordnung prüfen.
  • Verteilerschlüssel: Wurde die Kostenart mit dem richtigen Schlüssel verteilt? Bestimmte Kosten müssen zwingend nach Verbrauch verteilt werden (Heizung, Wasser), andere nach Wohnfläche oder Einheiten.

Häufiger Fehler: Nicht-umlagefähige Kosten in der Abrechnung BetrKV: Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklagen und Reparaturen dürfen nicht auf Mieter umgelegt werden. Sind sie trotzdem enthalten, ist dieser Teil der Abrechnung unwirksam — der Mieter kann ihn anfechten, ohne die gesamte Abrechnung bestreiten zu müssen.

4Vorschau & Ergebnis prüfen👁️

Bevor die Abrechnung versendet wird, zeigt RentalOne eine vollständige Vorschau — aufgeteilt nach Mieter und Einheit. Sichtbar sind:

  • Die Gesamtkosten pro Einheit, aufgegliedert nach Kostenkategorie
  • Die geleisteten Vorauszahlungen des Mieters im Abrechnungszeitraum
  • Das Abrechnungsergebnis: Nachzahlung (Kosten übersteigen Vorauszahlungen) oder Rückzahlung (Vorauszahlungen übersteigen tatsächliche Kosten)

Auffällig hohe Nachzahlungen können ein Hinweis auf fehlerhafte Vorauszahlungen oder ungewöhnlich gestiegene Kosten sein — über beides sollte der Mieter informiert werden, um Rückfragen zu minimieren.

Vorauszahlungen für das Folgejahr anpassen: Wenn tatsächliche Kosten regelmäßig stark von den Vorauszahlungen abweichen, lohnt es sich, die monatlichen Beträge für das nächste Jahr direkt aus der Abrechnung heraus anzupassen — RentalOne erlaubt das in diesem Schritt.

5Abrechnung versenden📨

Im letzten Schritt wird gewählt, wie die fertige Nebenkostenabrechnung an die Mieter übermittelt wird. RentalOne bietet zwei Wege:

  • Digital über die Mieter-App: Die Abrechnung wird direkt im Mieterportal bereitgestellt. Der Mieter erhält eine Benachrichtigung und kann das Dokument jederzeit einsehen und herunterladen. Das ist der schnellste und papierloseste Weg.
  • Postalischer Versand: Die Abrechnung wird als PDF aufbereitet und zum Ausdruck bereitgestellt. Für Mieter ohne App-Zugang oder auf ausdrücklichen Wunsch nach einem Papierbeleg.

Zustellnachweis sicherstellen §556 Abs. 3 BGB: Bei postalischem Versand empfiehlt sich für die Dokumentation der fristgerechten Zustellung der Versand per Einschreiben — insbesondere wenn es zu Streitigkeiten über die Abrechnungsfrist kommen könnte. Die Drei-Tages-Fiktion bei Briefpost kann widerlegt werden. Digitale Zustellung über die Mieter-App dokumentiert den Zeitpunkt automatisch.

Nach dem Versand ist die Abrechnung in RentalOne archiviert und jederzeit abrufbar — für die eigene Dokumentation und für eventuell notwendige Belegeinsichten durch den Mieter innerhalb der 12-monatigen Einspruchsfrist.

Die 5 Schritte im Überblick
  • Vorbereitung: Alle Belege, Zählerstände und Verteilerschlüssel vollständig hinterlegt
  • Schritt 1: Objekt & Abrechnungszeitraum auswählen — ggf. Einzeleinheit für unterjährige Mieter
  • Schritt 2: Heizkosten nach HeizKV erfassen — CO2-Steuer-Aufteilung wird automatisch berechnet
  • Schritt 3: Kostenpositionen auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Verteilerschlüssel prüfen
  • Schritt 4: Vorschau pro Mieter prüfen — Vorauszahlungen für Folgejahr ggf. anpassen
  • Schritt 5: Digital über Mieter-App oder postalisch versenden — Zustellnachweis sichern

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RentalOne führt Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess — automatische Kostenverteilung, CO2-Steuer-Berechnung, digitaler Mieterzugang. In 30 Minuten Demo.

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Häufige Fragen zur Nebenkostenabrechnung

Bis wann muss die Nebenkostenabrechnung erstellt sein?
Nach §556 Abs. 3 BGB muss die Abrechnung dem Mieter spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums zugehen — nicht nur versandt, sondern zugegangen sein. Bei einem Abrechnungsjahr 01.01.–31.12.2025 ist der späteste Zustelltermin der 31.12.2026. Wer die Frist versäumt, verliert den Anspruch auf Nachzahlungen. Rückzahlungsansprüche der Mieter bleiben davon unberührt.
Welche Kosten darf ich als Vermieter auf Mieter umlegen?
Nur Betriebskosten im Sinne der Betriebskostenverordnung (BetrKV) dürfen umgelegt werden — und auch das nur, wenn es im Mietvertrag vereinbart ist. Umlagefähig sind unter anderem: Grundsteuer, Wasser, Heizung, Müllabfuhr, Gebäudereinigung, Hausmeister, Versicherungen und Gartenpflege. Nicht umlagefähig sind Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklagen und Reparaturen.
Wie funktioniert die CO2-Steuer-Aufteilung zwischen Vermieter und Mieter?
Seit 2023 regelt das CO2-Kostenaufteilungsgesetz (CO2KAG), dass der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe anteilig zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt wird. Der Anteil des Vermieters richtet sich nach der Energieeffizienzklasse des Gebäudes: Je schlechter die Energieeffizienz, desto höher der Vermieteranteil — von 0% (Klasse A+) bis 95% (Klasse H). RentalOne berechnet diesen Anteil automatisch auf Basis der hinterlegten Gebäudedaten.
Was passiert, wenn ein Mieter unterjährig eingezogen oder ausgezogen ist?
Bei unterjährigem Ein- oder Auszug werden die Kosten anteilig auf den Belegungszeitraum der jeweiligen Wohnung verteilt. RentalOne erkennt Einzugs- und Auszugsdaten automatisch. Im ersten Schritt kann gezielt eine einzelne Einheit ausgewählt werden, um für jeden Mieter eine korrekte anteilige Abrechnung zu erstellen. Steht eine Einheit im Abrechnungszeitraum leer, trägt der Vermieter diese Kosten selbst — sie dürfen nicht auf andere Mieter umgelegt werden.
Kann die Abrechnung auch ohne kontinuierliche Datenpflege erstellt werden?
Technisch ist es möglich, Kosten nachträglich manuell einzugeben. Für eine lückenlose, rechtssichere Abrechnung — und für das Recht, Belege auf Mieterwunsch vorzeigen zu können — empfiehlt sich jedoch die kontinuierliche Datenpflege über das gesamte Jahr: Belege sofort erfassen, Zählerstände regelmäßig aktualisieren, Buchungen korrekt kategorisieren.
Wie lange hat der Mieter Zeit, die Abrechnung zu beanstanden?
Der Mieter hat nach herrschender Rechtsprechung in der Regel 12 Monate nach Zugang der Abrechnung Zeit, Einspruch zu erheben und Belegeinsicht zu fordern. Danach erlischt auch sein Rückzahlungsanspruch, sofern er diesen nicht aktiv geltend gemacht hat. Eine vollständige digitale Archivierung aller Belege ist daher mindestens 12 Monate über den Versand hinaus empfohlen.

Fazit: Nebenkostenabrechnung ist kein Hexenwerk

Die Nebenkostenabrechnung ist kein Hexenwerk — wenn die Grundlage stimmt. Wer über das Jahr hinweg sorgfältig bucht, Zählerstände pflegt und die Objekteinstellungen korrekt hinterlegt, kann die fertige Abrechnung mit RentalOne in wenigen Minuten erstellen und direkt an die Mieter übermitteln.

Die automatische CO2-Steuer-Berechnung nach CO2KAG, die integrierte Heizkostenabrechnung nach HeizKV und der digitale Mieterzugang über die App machen RentalOne zu einem der vollständigsten Werkzeuge für private Vermieter und Hausverwaltungen in Deutschland. So spart man nicht nur Zeit, sondern auch das Risiko kostspieliger Fehler — und bewahrt das Recht auf Nachforderungen.

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